
Die Installation „Standwelle" ist eine vertikale Hommage an meine Arbeit „Dauerwelle" aus dem Jahr 2015. Während die ursprüngliche Installation im Freiburger Faulerbad ein horizontales, rhythmisches Spiel mit der Dynamik des Wassers war, markiert diese neue Setzung einen Moment des Innehaltens und der Transformation.
Das zentrale Element – der leuchtend orangefarbene Netzzylinder – ist kein Replikat, sondern ein Originalteil der Installation von 2015. Es ist ein Objekt mit Geschichte, ein physischer Speicher für Zeit. Nach über einem Jahrzehnt tritt dieser „Lockenwickler" aus dem Kontext der fließenden Bewegung heraus und ordnet sich in eine neue, architektonische Strenge ein.
In der Physik beschreibt eine Standwelle ein Phänomen, bei dem eine Welle nicht mehr fortschreitet, sondern an Ort und Stelle schwingt. Genau diesen Zustand verkörpert die Arbeit im Dialog zwischen der massiven Betonsäule und der Transparenz des Pavillons: Die einstige horizontale Wellenbewegung des Wassers ist hier zur vertikalen Präsenz erstarrt. Das feine Maschengeflecht fängt das Licht ein, lässt die Luft hindurch und besetzt den Zwischenraum mit einer konzentrierten Energie.
„Standwelle" verbindet die Erinnerung an das Vergangene mit der Unmittelbarkeit des gegenwärtigen Ortes. Es ist eine Einladung, die Beständigkeit der Form und den neuen, stehenden Rhythmus dieses geschichtsträchtigen Materials zu erfahren.