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19.9.21
12.5.22
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ier der Text zum Geschehen, paar Worte, aber die müssen sein. Wer auch immer die schreibt.

https://www.youtube.com/watch?v=zs1nJTv8gOI&t=11s
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Hier kommt ein weiterer Text.

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Von September 2011 bis Mai 2012 jährt sich das Kunst-Projekt im Faulerbad zum dreizehnten Mal.

Grund genug, vorläufig Bilanz zu ziehen. – Durch den Bau des Autobahnzubringers 1972 war das Gelände des frü­heren Faulerbades – ehedem ein über einhundert Jahre altes, traditionsreiches Frei­bad – auf einen verhältnismäßig schmalen Grundstückstreifen reduziert worden. Dieser liegt in einer Art Mulde zwischen der Stützwand für den Autobahnzubringer und der Fauler­straße mit ihrem alten Kastanienbestand. Schon im Jahre 1973 hatte die Stadt Frei­burg einen Architekturwettbewerb für das Faulerbad ausgeschrieben. In der Zeit von 1981 – 1983 wurde dann der mit dem 1. Preis ausgezeichnete Entwurf realisiert. Das attraktive Hal­len­bad besticht bis heute durch die Dachkonstruktion in Holz­bau­weise aus zehn hyper­parabolischen Schalenelementen mit schwingenden Formen nach innen und nach außen als dominantes Bauelement.

Der Badebesucher kann – vor allem im Früh­jahr – die Liegewiese mitbenutzen.

Gerade dann wird es zu einer Alternative für ein klas­sisches Freibad. Ganzjährig ist die Liegewiese für Kunstfreunde über die Terrasse des Poolcafés zugänglich. Ansonsten hat die Liegewiese des Faulerbades, von Fuß­gän­gern kaum bemerkt, den Charakter einer geradezu verwunschenen Oase, einzig­artig in diesem Quartier. Und so überrascht es durchaus nicht, das Jörg Siegele, des­sen Atelier gerade gegenüber liegt, seinerzeit diese als geeigneten Ort erkannte, um ebenda Skul­pturen auf­zustellen. Damit begann 1999 die Metamorphose der Liegewiese. Seither prä­sen­tiert sie sich jedes Jahr mit einer zunehmenden Vielzahl von jährlich wech­selnden neuen Werken, die neben denen, die länger verbleiben, eine neue Aus­stel­lungssituation erge­ben. Zu entdecken gibt es Ernstes und Amüsantes, vermeintlich Offensichtliches und unver­mu­tet Hintersinniges, aber auch Plakatives und Rätsel­haftes, Kompaktes und Fra­giles – auf jeden Fall ist ein Kunstgenuss auf die vielfältigste Weise garantiert. Die Arbei­ten sind dabei durchweg ganz unterschiedlich: so gibt es Instal­lationen, Wandobjekte, zen­tner­schwere Objekte, Skulpturen bis hin zu fragilen Elemen­ten. Im Wechsel der Jah­res­zeiten verändert sich für den Besucher die Stimmung dieses Gesamtbildes – dieses Ortes inmitten der Stadt – auf wunderbare Art, auf immer wieder neueste Weise mit im­mer neuen Seherlebnissen. Über mehrere Jahre – von 2001 bis 2007 – diente darüber hinaus auch die Badehalle zusätzlich als Ausstellungshalle. In der Halle gab es ganz be­sondere Möglichkeiten auch andere Werke zu zeigen wie Gemälde und Papier­arbei­ten. Die Besonderheit der Räumlichkeiten ermöglichten außerdem Raum­instal­la­tionen, die gerade so nur an diesem speziellen Ort zu realisieren waren. Da­durch wurde eine be­son­dere Zwiesprache der Arbeiten in der Innen- und Außensituation ermöglicht. An vier Sonntagen während den Ausstellungen, in der architektonisch unge­wöhnlichen Halle, fanden zudem Konzerte statt, darunter etliche Improvisationen, bei denen die Halle als Klangkörper genutzt wurde.

Am Rande der Fußgängerzone gelegen ist vielen die Liegewiese, in dieser seit Jahren veränderten Situation aber gar nicht präsent. Wer jedoch seither einmal dort verweilte, kann sich der Faszination dieses besonderen Ortes nicht mehr entziehen.

“Man muss noch genug Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können“

- dieses Zitat von Friedrich Nietzsche scheint hier durchaus zutreffend. Die veränderte Situation der Liegewiese als Skulp­tu­ren­park sowie die Kunst-Objekte selbst, die mal offensichtlicher, mal verschlüsselter auf diesen artifiziellen Ort formal wie thematisch auf ihre ganz eigene Weise eingehen, fordern nämlich tatsächlich manche herkömmlichen Erwartungen des Besuchers heraus. So hat er hier einmal mehr die Möglichkeit, in der Betrachtung von Kunstwerken an diesem ungewöhnlichen Ort seine Sehgewohnheiten zu überdenken und durch unge­wohn­te Seherfahrungen durchaus zu – wie auch immer gearteten – neuen Erkennt­nissen zu gelangen.

Wer sich bei einem Besuch auf den Ort und die dort ausgestellten Werke einlässt, hat – für manchen vielleicht überraschender­wei­se – die Chance sich inspirieren zu lassen. Die größtenteils eigens für den Ort ent­stan­de­nen Werke interagieren mit der Umgebung der Liegewiese und ebenso untereinander und verändern die vorhandene Situation, laden und werten diesen Ort auf. Darauf kann sich der Besucher einlassen und kann erfahren, dass sich sein Blick auf die Liegewiese durch die Objekte verändert, so wie auch der Blick auf die Werke an diesem Ort sicher­lich ein spezieller ist. Man kann sich unterhalten, ja gar verzaubern lassen auf immer neuerliche und vielfältigste Weise, ganz besonders bei wiederholten Besuchen im Wech­­sel der Tages- und Jahreszeiten sowie bei den unterschiedlichsten Wetterver­hält­nissen. So erging es mir und sicherlich anderen Besuchern kürzlich aufs Neue, als ich abends am Ende der Finissage der letzten Ausstellung vom Eingangsbereich der Bade­halle in der Dunkelheit über die Liegewiese zurück zum Ausgang ging: Von den Kronen der Bäume fiel das Licht der Straßenbeleuchtung ’gefiltert’ derart, dass ein unglaublich inte­­ressantes, geradezu bizarres Licht- und Schattenspiel auf der Anlage entstand und die Objekte in dem sanft geschwungenen Gelände etwas Majestätisches bekamen, eine unglaubliche Stimmung, darüber der mit Sternen übersäte Nachthimmel, einfach atem­beraubend. Ein einzigartiger Moment, welcher mit seiner Schönheit in der Erin­ner­ung wei­ter­lebt, ja weiter schwingt. Solche Augenblicke bleiben in unseren Köpfen präsent, ein­her­gehend mit einer Neugier auf das, wie es real im nächsten Spätsommer und in den nach­fol­genden Jahren weiter­gehen mag. Die Vorfreude auf immer neue Seherlebnisse, was bedeutet, sich damit auch unge­wohnten Dingen zu stellen, setzt einen Prozess der Veränderung in Gang, der uns im positiven Sinne in jeder Hinsicht verändern kann. So wird die Liegewiese nicht nur zu einem irdisch real exis­tenten, äußerst facettenreichen Ort, sondern auch im übertragenen Sinne zu einem Ort voller Magie.

Was mit einer ursprünglich mehr oder we­ni­ger spon­tanen Idee begann, hat sich über die Jahre mit immer neuen Ideen, enormer Kreativität, mit durch­aus gewissem Mut, nie müde werdender Ausdauer, immer­wäh­rendem Dialog und mit Unter­stüt­zung vielfältigster Art – aber auch entgegen mancher Hindernisse – zu einem Kunstprojekt ganz besonderer Art entwickelt. Daran knüpft sich die Hoffnung, das dieses einzigartige Fauler­bad-Projekt mit “Kunst auf der Liege­wiese“ weiterleben wird, in der Gewissheit, dass die­jenigen, die es in all’ den Jahren mit­verfolgt haben, es auch in Zukunft mit ihrem Interesse voll Begei­s­terung dafür weiter begleiten werden und dass es darüber hinaus so weiter bekannt wird. Denn ein an und für sich bereits attraktiver Ort ist zu einem Skulpturenpark ganz spezieller Art ge­wor­den, der sich den Zauber eines verwunschenen Gartens bewahrt hat, ein Sehn­suchts­ort, der in seiner Besonderheit unsere Phantasie und Ideen beflügeln kann.

https://www.youtube.com/watch?v=1I5DAcTpFDE

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